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Berufliche Neuorientierung als Bürgermeister

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Jobwechsel: Demnächst Bürgermeister

In Schwerte wird gewählt. Selten ist ein Jobwechsel, eine berufliche Neuorientierung so öffentlich. Selten betrifft dieser eine Wechsel so viele Menschen auf einmal. Für eine oder einen der sechs Bürgermeisterkandidaten in Schwerte, wird sich das Berufsleben in Kürze drastisch verändern.

 

Szene in einem Schwerter Haushalt 

Wir diskutieren die anstehende Wahl beim Abendbrot mit unseren Kindern.

„Was macht eigentlich genau ein Bürgermeister?“, fragt die eine Tochter.

„Der ist Chef von der ganzen Stadt!“, antwortet die Kleinere. „So, wie Angela Merkel Chefin von ganz Deutschland ist“, wird noch ergänzt.

Wir Eltern fragen: „Was würdet ihr euch von der neuen Bürgermeisterin/Bürgermeister wünschen? Was sollte die/der Bürgermeister in Schwerte tun?“

„Also ich würde mich am meisten über die “Knetbäckerei von Play doh” freuen“, sagt die Kleinere.

Die große Tochter: „Ich finde gut, wenn der Bürgermeister macht, dass Kinder auch schon arbeiten dürfen. Ich bräuchte dann so ein kleines gemütliches Büro mit einem Schreibtisch am Fenster und einem schönen Blick auf den Kirchturm und überall sollen Bücher herumstehen!“

 

 

So einfach ist das. Bestechlichkeit und Kinderarbeit – was sagt man dazu?

 

 

Wir finden, dass der neue Job ganz schön viel Verantwortung mit sich bringt und wir fragen uns, ob die Kandidaten wissen worauf sie sich bei diesem Jobwechsel einlassen? Es ist immer mutig sich beruflich neu zu orientieren. Denn das bedeutet Veränderung, sowohl beruflich als auch privat. Viele scheuen diese Veränderung und bleiben lieber da, wo sie sind, wo sie sich gut auskennen. Der Beruf der Bürgermeisterin/ des Bürgermeisters bringt zusätzlich die Herausforderung der Öffentlichkeit mit sich. Jeder Bürger-/in der Stadt wird genau betrachten, wie der neue Job ausgeübt wird. Es wird bewertet und das muss man erstmal aushalten. Die Öffentlichkeit erhöht folglich den Druck auf die neuen Kandidaten um ein Vielfaches.

 

 

 

Hoffentlich und vermutlich ist es so, haben die Kandidaten sich selbst gut reflektiert und wissen genau, ob sie über die erforderlichen Fähigkeiten und Talente ihres Berufswunsches verfügen. Vielleicht bilden sie sich auch schon vorab weiter, stärken ihre Schwächen und bereiten sich auf die anstehenden Herausforderungen im Amt des Bürgermeister-/in vor.

 

Eventuell ist dies ein banaler Vergleich, wenn ich an dieser Stelle anführe, wie sehr mich eine Szene aus dem beruflichen Alltag einer Schwerter Bio-Fleischerei beeindruckt hat. Die neue Auszubildende der Fleischerei, erst wenige Tage im “Amt”, erhielt fürsorgliche Unterstützung beim Abwiegen, bei der Identifikation der unterschiedlichen Fleischsorten und beim Bedienen der Kasse durch Ihre Arbeitskollegin. Sie wurde gelobt, ermutigt und mit Geduld umhüllt.

 

 

Beste Arbeitsbedingungen zum Lernen eines neuen Berufes.

 

 

Ich wünsche allen Kandidaten Ermutigung und Geduld beim Ausführen Ihres neuen Berufes. Wenn sie von Beginn an bedrängt, überfordert, gedisst und für Fehler abgewatscht werden, ist das nicht nur für sie selbst eine Katastrophe, sondern in meiner Wahrnehmung für die ganze Stadt. Wir sind gespannt und wir gehen wählen!